Die Rückkehr des Roten Drachens (Eine Drachengeschichte, Teil 7)

Die Zerstörung kam im Morgengrauen. Die drei Ritter schliefen noch. Der Gelbe Ritter wachte auch, als ihm die Deckenlampe auf den Bauch fiel. Der Blaue und der Rote Ritter wurden aus ihren Betten geschleudert. Dann war das Dach weg. Kalte Morgenluft strömte hinein.

„Springt!“ rief der Blaue Ritter. Ohne zu Zögern sprangen die drei Ritter. Mit dem Kopf voraus landeten sie im Wasser des Burggrabens. Als sie auftauchten, blickten sie zurück. Doch da war nichts. Der Turm ihres Schlafgemachs war eingestürzt. Es brannte überall. Und in diesem Moment traf ein riesiger Feuerstrahl den zweiten Schlossturm. Dieser brannte lichterloh.

Im Rauch des Feuers sahen sie Bewegung am Himmel. Zwei gigantische Flügel, die näher kamen. Und ein wildes Fauchen. Etwas kam auf sie zugeflogen. „Taucht ab!“ rief der Blaue Ritter. Die Ritter holten tief Luft und gingen unter Wasser. In diesem Moment tauchten riesige Krallen ins Wasser ein, eine jede so lang und scharf wie ein Schwert.  Die Krallen waren blutrot. Er war es. Er war zurückgekehrt.

„Der Rote Drache ist zurück“, rief der Gelbe Ritter. Und in diesem Moment sahen sie das gigantische Tier. Schon einmal hatten sie es bekämpft, als der Rote Drache die Höhle des Schwarzen Drachens besetzt hatte. Nun war er wieder da. Und offensichtlich wollte er Rache für seine damalige Niederlage.

Die drei Ritter schwammen hastig an Land und versteckten sich hinter einer eingestürzten Burgmauer. Der Rote Drache wütete weiter. Mit seinen riesigen Krallen brach er weitere Steine aus den Mauern, bis diese zusammenstürzten. Mit gewaltigen Feuerstößen (das Feuer war dabei blutrot) zündete er dabei das Holz der Dächer und der Gebäude an. In kurzer Zeit stand das ganze Schloss in Flammen. Der rote Drache kreiste am Himmel und stieß ohrenbetäubende Schreie aus. Immer und immer wieder. Das Untier lachte über die Zerstörung, die es über das Rote Schloss gebracht hatte.

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Das brennende Rote Schloss liegt hinter diesem Hügel.

„Wir sind verloren“, sagte der Blaue Ritter traurig. „Noch nicht“, sagte der Gelbe Ritter. Sein blauer Freund schaute ihn fragend an. Der Gelbe zeigte mit seinem Finger in den Himmel. Dort war ein zweiter Schatten zu sehen. Und dieser kreiste direkt über dem Roten Drachen. Just in diesem Moment stieß der Schatten zu und flog auf den Roten Drachen zu. Ein ohrenbetäubendes Brüllen war am Himmel zu hören. Dann krachte der Rote Drache mit einem lauten Schreien zu Boden. Beim Einschlag flogen brennende Ballen und Steine herum. Wenige Meter über ihm schwebte mit lautem Flügelschlag in der Luft: der Schwarze Drache.

„Er hat ihm vom Himmel gestoßen!“ rief der Rote Ritter. „Steigt auf!“, brüllte der Schwarze Drache mit lauter Stimme. Ohne zu Zögern liefen die drei Ritter los. Sie stiegen eine steinerne Treppe hoch. Der schwarze Drache flog direkt neben diese. „Springt!“ rief der Drache. Und das taten sie. Mit einem riesigen Sprung stießen sich die Ritter von der Treppe an. Sie landeten auf dem Rücken des riesigen Drachens und krallten sich am Rücken des schuppigen Tieres fest. Der Drache stieg sofort auf und flog bis über die Wolken hinauf.

„Danke, alter Freund“, rief der Blaue Ritter. „Dankt mir nicht zu früh“, raunte der Drache. „Es ist noch nicht vorbei. Der Rote Drache ist nur kurz bewusstlos. Er wird wieder angreifen. Wir müssen schnell sein.“ Mit diesen Worten flog der Schwarze Drache zum Mandrago-Berg, der direkt neben dem Roten Schloss stand. Er landete. Dort auf dem Gipfel des Berges war alles voller Eis und Schnee. „Schnell, Ritter, geht in die Höhle. Wir brauchen dort die Eiszapfen des Mandrago-Bergs. Sie sind voller Magie und sie können uns im Kampf gegen den Drachen helfen.“

Die Ritter gehorchten und gingen schnell in die Höhle. Ein jeder brach zwei riesige Eiszapfen von der Decke der Eishöhle ab und klemmte sie unter die Arme. Die Dinger waren richtig schwer. Und sie funkelten golden in der dunklen Höhle.

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Im Kampf gegen den Roten Drachen holten sich die Ritter die magischen Eiszapfen des Mandrago-Bergs.

„Aufsteigen!“ brüllte der Drache und stieß dabei einen Feuerstoß aus. Gemeinsam flogen sie zurück vom Mandrago-Berg zum Schloss. Der Rote Drache hatte weiter gewütet und vom Schloss war nicht mehr viel übrig. Der Rote Drache hatte sie bemerkt. Er flog direkt auf sie zu. Doch der Schwarze Drache wich kurz vor dem Zusammenstoß aus und flog direkt über den Roten Drachen. „Werft die Eiszapfen!“.

Der blaue Ritter warf einen Zapfen, verfehlte den Drachen aber. Genauso der Gelbe Ritter. Dann warf der Rote Ritter. Sein Zapfen traf den Roten Drachen am Flügel. Beim Aufprall des Zapfens blitzte es golden. Die Magie tat ihre Wirkung. Der Rote Drache schrie auf vor Schmerz.

„Nochmal!“, brüllte der Schwarze Drache. Er flog steil aufwärts in den Himmel. Die Ritter hielten sich fest, so dass sie nicht vom Rücken rutschten. Dann drehte der Drache ruckartig um und flog mit dem Kopf nach unten in großer Geschwindigkeit auf den Roten Drachen zu. „Jetzt!“ rief der Blaue Ritter. Alle drei Kämpfer warfen nun ihre letzten Eiszapfen auf den Roten Drachen. Diese musste treffen. Alle drei Zapfen flogen auf den Drachen zu. Einer davon traf den zweiten Flügel des roten Untiers. Der Drache schrie. Ein zweiter Zapfen traf den Schwanz. Das Monster wurde in der Luft umhergewirbelt. Der dritte Zapfen traf den Kopf. Ein helles Leuchten war zu sehen. Der Rote Drache auf. Er taumelte und seine Flügel hörten auf zu schlagen. Er stürzte in die Tiefe. Im Fall stieß er Feuerstöße aus und drehte sich um seine eigene Achse wie ein Kreisel. Mit einem lauten Krachen schlug er auf dem Boden auf. Dort blieb er regungslos liegen.

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Die magischen Eiszapfen, die den Roten Drachen besiegten.

„Er ist besiegt“, rief der Schwarze Drache. Sie flogen zur Erde und landeten. Der Rote Drache war tot. Er war keine Gefahr mehr. Hinter ihm brannte das Schloss. Es war zerstört. „Ich werde Euch beim Aufbau helfen“, sagte der Schwarze Drache. Und das tat er. Tag für Tag flog er zum Schwarzen Gebirge und brach mit seinen gewaltigen Krallen Felsblöcke aus dem Berg. Aus diesen Brocken schlugen die Ritter neue Steine für das Schloss. Nach kurzer Zeit hatten die Ritter und der Drache das Schloss neu aufgebaut. Zu Ehren Ihres Freundes nannten die Ritter die neue Burg „Schloss Drachenstein“.

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Tag für Tag flog der Schwarze Drache zum Schwarzen Gebirge, um Steine für das neue Schloss der Ritter aus dem Stein herauszubrechen.

ENDE

16.02.2017. Diese Geschichte habe ich für meine beiden Kinder als Gute-Nacht-Geschichte erdacht. Vielleicht findet auch der ein oder andere Freund der fantastischen Geschichte daran gefallen. 🙂

Weitere Drachen- und Troll-Geschichten findet Ihr hier.

THE FROZEN SWORD: A Masters of the Universe Short Story

Prince Adam and his Tiger Cringer had flown with the Wind Raider into the woods of Eternia. There they wanted to look for a rare bird species, which they had read in the Royal Library of Eternia.

The prince and his tiger had just sat down on a large stone to search the treetops for birds. Suddenly they heard a sound. A quiet crash. Something had fallen right in front of her feet. That looked like a small piece of ice. Just then, another of them flew at Adam’s feet. And another one. And then the sky turned dark red.

“A hail storm”, Adam said to Cringer. “Quick, we must find shelter.” Adam and Cringer found a small cave in which they found shelter. Adam did not notice that his Sword of Power had slipped out of his sword sheath. Now it lay on the ground just a few feet away from the cave’s entrance. Adam noticed this now and wanted to get it. But at that moment, thousands of pieces of ice burst from the sky. They struck to the ground with great force. It was no longer possible to go out.

“I’ve never seen a hailstorm like this before on Eternia,” Adam muttered. Something was strange about it. Only Adam did not know what it was at that moment. On the ground now the pieces of ice were piled. They joined together to form a thick blanket. After a short time the grass and the plants could not be seen any more. And the Sword of Power was now under a thick blanket of ice.

Then the storm stopped as suddenly as it had come. Adam and Cringer came out of their shelter. The sun shone again in the sky. Nothing reminded of the violent storm any longer. Adam went to the place where his sword lay. With his hands he tried to break the ice. But he could not get it. The ground was frozen like concrete. From the Wind Raider he took a shovel and tried to break the ice with it. But it was impossible. The ground was hard as steel. Then suddenly the sky darkened over him.

But this time it was not a storm. Rather, it was an aircraft that obscured the sun. It had the form of a helicopter and at the same time the shape of a gigantic dragonfly. “That’s the Fright Fighter,” Adam murmured. And indeed it was the flying fighter helicopter of the evil masters of Eternia. As the fighter approached, Adam saw the pilot: It was Skeletor. Master of Evil. Eternal adversary. Next to him sat Whiplash and Ninjor.

The Fright Fighter landed on the ground. Adam had no way of getting the sword now. And even if he had been able to get the sword, how could he transform himself into the He-Man, the strongest man in the universe, without knowing that Skeletor and his minions would know the secret of his double identity?

Skeletor, Whiplash and Ninjor got out of the Fright Fighter. Skeletor grabbed his ramrod. Whiplash grunted loudly as he forced himself out of the Fighters’ seats. Ninjor immediately drew his great sword. This flashed in the sun. “Well, now, who are we,” said Skeletor, coming slowly to Adam. “The Prince of Eternia and his little cuddly cat.” He laughed throatily. “So all alone out here, dear prince?” Skeletor looked at him grinning. Adam did not answer and looked into the skeletal face with an unmoved expression.

“What a surprise,” continued Skeletor. “As we flew this morning to test our Weather Transformator, I did not realize I would make such a valuable catch today. The PRINCE of Eternia himself! ”

‘Weather Transformator’. Now Adam was clear who had caused the hail storm. Skeletor once again had built a deadly machine.

“Tie them up”, commanded the Master of Evil. Whiplash grunted and put on Adam’s and Cringer’s handcuffs made from Timaranium, the hardest metal to be found on Eternia. “And take them to Snake Mountain in the dungeon,” Skeletor continued.

A short time later Adam and Cringer found themselves in the dungeon of Snake Mountain. Around them was darkness. They were the only prisoners. Through the small window of their cell, they saw the stone serpent head of the Snake Mountain high up on the summit. Through this a river crashed into the depths. The breaking light colored the water red so that it looked like blood to the viewer. A frightening environment for all things that were good.

Adam thought about how he could escape. None of his friends knew that Cringer and he had flown into the forest. Even Man-At-Arms was not informed. And now he could not transform into He-Man. They had to help themselves. Fast. Before Skeletor did something cruel with them.

In front of the cell door, Adam saw a piece of rope. He managed to reach it with his hands. He put it around Cringer’s tiger body. The other end he attached to the grating of his cell window. “Pull, old cat,” exclaimed Adam. “I know you do not have the power of Battle Cat, but you’re still a strong, big cat.” Cringer took a step forward and collected all his strength. And indeed. The grid, rusty from the humidity, moved. Adam came to help Cringer now and pulled strong on the rope. With a jerk the grate window broke loose and fell to the ground.

Adam and Cringer now squeezed through the window. On the other side, they saw that there was a huge lake. It surrounded Snake Mountain. They had no choice. This was the only way out. Cringer and Adam jumped. Luckily they were able to swim well.

The end of the lake led directly into a river. They swam there and drifted downstream from the current. Clinging to a tree trunk, they drifted in the water. For a long time. Then they heard a loud noise. Adam and Cringer looked back at Snake Mountain. Smoke rose above the fortress. Skeletor and his minions had noticed their escape. Adam was now clear: he had to act quickly.

Adam and Cringer went ashore at the next river bend. “We’re not far from our Wind Raider, old friend,” Adam said to his tiger. “Get on my back,” Cringer muttered. And Adam did. Cringer ran off. He did not have the power of Battle Cat, but he was fast and agile anyway. They rode through the jungle at high speed. Past lianas, snakes and waterfalls. Cringer jumped with Adam on his back across pits, tree trunks and stones. Then they reached the clearing where Skeletor had placed them. The Wind Raider was still standing there. And the clearing was still covered in ice.

Adam had to hurry and find a solution quickly. He needed to free his sword from the ice. Skeletor and his minions would be here soon. And a new escape would surely not be so easy. Adam looked around. Then an idea came to him. “What are we doing, Adam?” Cringer muttered. The prince smiled:”At this point, only raw force can help!”. Cringer did not understand. Adam was not the strong He-Man. Adam went to the Wind Raider and took out an ax. He started cutting a tree. He struck the tree for so long until it began to incline. Then he suddenly stopped. He did the same with two more trees.

Then Cringer noticed that all the trees were leaning towards the place where the sword lay on the floor. “The trees need to fall at the same time,” Adam shouted. Cringer understood Adam’s plan. “On my command,” yelled Adam. At the same time he kicked a tree so that it began to fall. Cringer quickly pushed the second and third tree with his head in the right direction. With a loud crash, all three trees fell at the same time.

By the powerful force of the simultaneous impact, the ice broke into a thousand pieces. By the immense force, the Sword of Power was blown out of the ice and flew into the air in a high arc. Now Adam was on the spot. He stood under the sword and caught it with a secure grip. Upon contact with his hand, the magical sword flashed for a brief moment. Adam looked at Cringer and smiled. Then, with a rising voice, he called those words which he had so often said before when imminent danger was ahead: “BY THE POWER OF GRAYSKULL.” He paused a moment and then continued with a much deeper, even more forceful voice. “I HAVE THE POWER!”

Cringer and Adam were plunged into a glaring light. Around them, the air seemed to turn and rise like a tornado’s wake. The two were now no longer visible. Then the bright glow slowly faded and the outline of Adam and Cringer now slowly reappeared. But it was no longer the prince and the cat who were standing there. There in the middle of the clearing were now transformed: He-Man and Battle Cat.

He-Man put the Sword of Power back into his sheath and turned towards Battle Cat. Just at this moment came the Fright Fighter. Surprised, the Evil Lord of Destruction watched down from the cockpit to the ground. Skeletor had expected Adam. Now there was He-Man. Skeletor hesitated a little. Was he afraid of a confrontation? He thought for a moment, then landed the Fright Fighter.

Skeletor, Whiplash and Ninjor got out. In addition, they had brought back reinforcements: also the terrifying Spikor and the master of the evil smell, Stinkor, were on board. Skeletor grinned, showing his ugly teeth: “Ha! Searched for Adam and found He-Man! This is a good day for me.” Without further words, he grabbed his sword and rushed towards He-Man. He-Man repelled the sword. He struck Skeletor’s sword from his hand without much trouble. Briefly, the lord of evil looked irritated. Then he stepped aside and shouted, “Whiplash, Ninjor: Attack him!” The huge reptile man rushed to He-Man and Ninjor also pulled his long sword. In an instant, Battle Cat took off and stormed toward the minions. He rammed the two demons at the same time with his huge armored head. They fell to the ground and remained unconscious.

He-Man did not wait for the attack of the remaining minions. He wanted to put an end all this. He had been out here for too long. With his sword, he cut a large piece from the iced ground. He took the gigantic plate and raised it as if it were a mere leaf. Then he threw it into the direction of the henchmen of Skeletor. They were able to avoid it. But the Fright Fighter behind them was shattered into a thousand pieces.

“This will be a long way home for you,” grinned He-Man. With these words he directed his sword in the direction of Skeletor and his helpers. They instantly retreated and disappeared into the forest. Evil had lost this battle today. Skeletor turned around once more, clenched his fist and shouted, “I’ll see you soon, He-Man.” He-Man stowed his sword, turned and walked over to Battle Cat. In a lowered voice, he said to himself: “I know, Skeletor, I know. And I’ll be waiting.” Then he got onto the back of his mighty warrior cat. Dawn was setting. It was time to go home.


This story was originally published by me in its German language version. Read it here: DAS GEFRORENE SCHWERT: Eine Masters of the Universe Kurzgeschichte
Read my other MotU fan fiction short stories
This is the (fantasy) work of a Masters of the Universe fan. Tributing the FILMATION animated series and the German EUROPA audioplays. Out of pure love for this fantastic concept called HE-MAN AND THE MASTERS OF THE UNIVERSE. Find out more about my MotU-related work in this blog section.

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Die Entführung des Gelben Ritters (Eine Drachengeschichte, Teil 6)

Es war Nacht im Roten Schloss. Die drei Ritter schliefen. Plötzlich krachte ein Stein durch das Fenster ihres Schlafgemachs. Ein Angriff! Und tatsächlich: Draußen vor den Schlosstoren standen die Gelbtrolle aus dem Schwarzmoor. Mit ihren Katapulten feuerten sie Steine ab.

Schnell hatten die drei Ritter ihre Rüstungen angezogen und sich aus der Waffenkammer ihre Schilder und Schwerter geholt. Gerade rechtzeitig, denn die ersten Gelbtrolle stiegen bereits mit ihren Leitern die Burgmauern hinauf. Die Ritter kämpften tapfer und schlugen die Gelbtrolle zurück. Doch da geschah es: ein Gelbtroll packte den Gelben Ritter und zog ihn über die Mauer. Er fiel in die Tiefe.

„Freund!“, riefen der Rote und der Blaue Ritter. Doch dem Gelben Ritter war nichts passiert, da er direkt in den mit Wasser gefüllten Burggraben gefallen war. Doch die Gelbtrolle waren bereits zur Stelle. Sie zogen den Kämpfer aus dem Wasser und legten ihm Fesseln an. Zugleich schleppten sie ihn auf einen Pferdewagen. Dann rief der Anführer der Gelbtrolle zum Rückzug. Die Gelbtrolle flüchteten – und mit ihnen verschwand der Gelbe Ritter.

Am nächsten Morgen machen sich die Ritter auf zu den Schwarzmooren. Sie wollten ihren Freunden, den Gelben Ritter, retten. Im Moor wohnten die Gelbtrolle. Die Ritter durchquerten die die Heißquellen von Lavia. Dort schoss kochendes Wasser aus dem Boden und die Ritter mussten aufpassen, dass sie in ihren stählernen Rüstungen nicht gekocht wurden. Dann durchquerten sie die bitterkalte Eiswüste von Icidor. Dort war es so kalt, dass ihre Schwerter wie Eiszapfen abbrachen. Sie hatten nun keine Waffen mehr. Trotzdem gingen sie weiter.

Nach vielen Tagen erreichten sie endlich das Schwarzmoor. Dieses war riesig. Man sah nicht Anfang oder Ende. Es war wie ein großes weites Meer. Nur dass anstatt Wasser eine schwarze, stinkende Brühe vorhanden war. Einmal hineingefallen würde man im Moor versinken und nie wieder an Land kommen können.

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Das Schwarzmoor.

Inmitten des Moors lag eine Insel. Nur ein schmaler Weg führte dorthin. Auf dieser Insel konnten die Ritter eine gewaltige Mauer sehen. Doch diese war nicht aus Steinen gebaut worden, sondern aus Knochen. Es war die Festung der Gelbtrolle.

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Die Ritter warteten, bis es Nacht war. Dann schlichen sie sich an die Festung heran. Doch dieser war verschlossen. Da hatten sie eine Idee. Sie fingen an zu graben. Sie gruben einen Tunnel und wollten durch diesen unter dem Schluss hindurch zum Gelben Ritter vordringen. Uns das klappte auch. Die Ritter gruben eifrig und nach kurzer Zeit hatten sie sich bis zum Gefängnis des Ritters vorgegraben.

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„Ihr seid gekommen, um mich zu retten!“, rief der Gelbe Ritter freudig aus, als er seine Gefährten sah. „Psssst“, sagte der Rote Ritter. „Du weckst die Trolle auf.“ Schnell gingen die Ritter zurück in den Tunnel. Sie wollten schleunigst verschwinden. Doch sie kamen nicht weit.

In der Mitte des Weges war der Tunnel eingestürzt. Dies hatten auch die Trolle gemerkt. Sie schlugen Alarm. Schnell kamen die Ritter aus dem Tunnel heraus und rannten auf das Burgtor zu. Hinter ihnen rannte eine Horde von Trollen hinterher.

Doch das Burgtor war verschlossen. Wie sollten sie denn nun entkommen? „Rauf auf die Burgmauer“, rief der Rote Ritter. Dort angekommen rief der Rote Krieger: „Ein jeder von Euch setzt sich auf ein Katapult.“ Die anderen Ritter schauten verwundert, taten aber, was der Freund sagte.

Als alle drei Ritter auf dem Katapult saßen, rief der Rote Ritter: „Feuer!“ Und mit einem Messer schnitten die Ritter die gespannten Seile der Katapulte durch. Sogleich wurden sie in die Luft katapultiert. Wie ein Geschoss flogen sie in hohem Bogen über die Burgmauern und über das Moor hinweg. Viele hundert Meter weiter krachten sie in die Spitzen der Bäume. Zum Glück. Denn die Äste der Bäume fingen sie auf, so dass sie sich nicht verletzten.

Die Ritter wollten von den Bäumen herunter steigen, doch es war zu spät. Die Gelbtrolle waren bereits herangeeilt. Und sie fingen mit ihren gewaltigen Äxten an, die Bäume zu fällen. Nur noch wenige Sekunden, dann würden die Bäume umfallen. Und mit ihnen die Ritter.

Doch was war das? Ein Luftzug über ihnen? Ein flatterndes Geräusch? Der Geruch von Feuer in der Luft? Das konnte nur er sein. Und tatsächlich: mit gewaltigen Flügelschlägen kam er angeflogen: der Schwarze Drache. Dieser stieß sofort bei seiner Ankunft einen gewaltigen Feuerstoß aus und erhellte damit die Nacht. Am Fuße der Bäume ließen die Trolle augenblicklich davon ab, die Bäume zu fällen. Erstarrt schauten sie in den Himmel.

„Schnell, meine Freunde“, rief der Drache mit dunkler Stimme. „Steigt auf!“. Und das taten die Ritter. Sie kletterten über den Flügel auf den Rücken des Drachens. Währenddessen hatten sich die Trolle vom Schreck erholt und schossen mit Pfeilen auf den Drachen. Doch diese prallten an der gepanzerten Drachenhaut einfach ab. Ein Feuerstoß in Richtung der Trolle und die Bäume über ihnen brannten.

Der Drache stieg mit gewaltigen Flügelschlägen in die Höhe. Bald waren sie so hoch gestiegen, dass die Trollpfeile sie nicht mehr erreichten. „Wie hast Du uns gefunden?“, fragte der Blaue Ritter verwundert. „Wir Drachen spüren, wenn unsere Freunde in Gefahr sind“, antwortete der Drache.

Die Ritter waren erleichtert. Alles war gut gegangen. Der Rote Ritter sagte: „Gelber Freund, das nächste Mal hältst du dich aber besser fest, wenn ein Troll Dich packt“. Und alle lachten laut, während der  Drache sie nach Hause flog.

ENDE

26.01.2017. Diese Geschichte habe ich für meine beiden Kinder als Gute-Nacht-Geschichte erdacht. Vielleicht findet auch der ein oder andere Freund der fantastischen Geschichte daran gefallen. 🙂

Weitere Drachen- und Troll-Geschichten findet Ihr hier.

​Kampf gegen den Roten Drachen (Eine Drachengeschichte, Teil 5)

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“Dragon” by Apollo Scribe is licensed under CC BY-NC-ND 2.0 / no changes made

Es war später Abend im Roten Königreich. Der Blaue, Rote und Gelbe Ritter saßen an einem Lagerfeuer im Roten Schloss. Plötzlich hörten sie schwere Flügelschläge über sich. Er war es: ihr Freund, der Schwarze Drache.

Das gewaltige Tier landete im Burghof. “Seid gegrüßt, meine tapferen Freunde”, rief der Schwarze Drache mit donnernder Stimme. Er kam ohne Umschweife zum Grund seines Besuchs: “Ihr müsst mir bitte helfen.” Und er erzählte, dass ein Feind in seine Höhle eingedrungen war. Ein gewaltiger: “Der Rote Drache aus Morgur kam des Nachts an und hat mich im Schlaf überfallen. Wir haben lange gekämpft und er hat leider gesiegt. Nun wohnt er in meiner Höhle. Ihn jetzt noch zu bezwingen, geschützt durch die Stein rundum, ist nahezu unmöglich.”

“Wir helfen Dir, großer Freund!”, riefen die Ritter im Chor. Sofort stiegen sie auf den Rücken des Drachens. Dieser nickte und breitete seine Flügel aus. Sie hoben ab. Kurze Zeit später waren sie an der Höhle angekommen. Sie hörten ein gewaltiges Schnarchen. “Lass’ uns das machen”, sagte der Rote Ritter.

25524040273_333b279bc5_z.jpgZuerst gingen die Ritter in die Höhle. Sie wollten den Drachen dort stellen und das Überraschungsmoment nutzen. Doch das rote Ungetüm hatte sie bereits gerochen. Der Drache wachte auf und spie einen rubinroten Feuerstrahl in Richtung der Ritter. Nur mit einem Sprung hinter die Steine konnten sich die Ritter vor dem sicheren Tod retten.

Als Nächstes legten die Ritter ein gebratenes Wildschwein vor den Höhleneingang. Sie wollten das Untier damit rauslocken. Der Drache erwachte tatsächlich und kam mit stampfenden Füßen zum Höhleneingang. Doch was war das? Der Rote Drache kam nicht raus. Vielmehr krallte er sich das Fleisch mit seiner gewaltigen Pranke und zog das Essen in die Höhle hinein.

Die Drei Ritter waren ratlos. “Schwarzer Drache, sag’ uns: Hat das rote Ungetüm eine Schwäche?” “Ja”, sagte der Drache. “Er kann nur in der Dunkelheit leben. Im Hellen verbrennt seine Haut und er wird zu Staub. Und mit seinen Augen kann er im Sonnenlicht nicht sehen.” Die Ritter standen zusammen und berieten sich. Der Schwarze Drache konnte sie nicht hören.

“Wir müssen morgen zum späten Nachmittag wiederkommen, großer Freund”, sagten die Ritter zum Drachen. Das taten sie. Und sie brachten ihre gewaltigen Ritterschilde mit. Diese waren poliert und blitzten im Sonnenlicht wie Spiegel. Der Rote Ritter schlich sich nun leise in die Höhle. Dicht vor der Schnauze des Drachens kauerte er. Der Blaue Ritter ging ebenfalls in die Höhle und blieb auf halbem Weg stehen. Am Eingang der Höhle stand der Gelbe Ritter.

“Jetzt”, rief der Gelbe Ritter. Und alle Ritter streckten ihre Schilder in die Höhe. Beim Gelben Ritter fiel ein Sonnenstrahl auf sein Schild. Dieses Licht wurde nun auf das Schild des Blauen Ritters weitergeleitet. Als der Sonnenstrahl das Schild traf, leitete es das Licht wie einen Wasserstrahl weiter auf das Schild des Roten Ritters.

Der schlafende Rote Drache war nun durch den Lärm aufgewacht. Zu spät. Er öffnete die Augen und das Sonnenlicht fiel in seine Augen. Er schreite vor Schmerzen und versuchte sich in den hinteren Winkeln der Höhle vor dem stechenden Licht zu verstecken. Doch der Rote Ritter leitete das Sonnenlicht weiter auf den Drachen. Dann rief er: “Verlass’ die Höhle, Du Monster!” Der Drache grunzte und grolle vor Wut. Doch er konnte den Schmerz nicht mehr aushalten. Donnernd stampfte er in Richtung des Ausgangs. Die Ritter retteten sich mit einem Sprung zur Seite.

Draußen war nun bereits der Abend angebrochen. Und der Schwarze Drache wartete dort auf ihn. Der Rote Drache würde nun keine Chance mehr haben. Der Kampf wäre zwecklos. Fauchend breitete er seine Flügel aus und erhob sich in die Lüfte. Mit donnernder Stimme rief er in die Nacht: “Ich komme wieder!” Dann verhallte der Laut und der Drache war nicht mehr zu sehen. Er war weg.

“Danke, meine Freunde”, sagte der Schwarze Drache, als er und sein Drachenkind wieder in ihre Höhle gehen konnten. Die Ritter nickten und sagten: “Für Freunde tut man so etwas.” Dann nahmen sie ihre Schwerter und Schilde und kletterten hinab ins Tal.

ENDE

09.01.2017. Diese Geschichte habe ich für meine beiden Kinder als Gute-Nacht-Geschichte erdacht. Vielleicht findet auch der ein oder andere Freund der fantastischen Geschichte daran gefallen. 🙂

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