Skeletors Tod (Eine Masters of the Universe Kurzgeschichte)

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„Du kannst nicht gewinnen.“ „Das werden wir sehen.“ He-Man packte den Griff seines Zauberschwerts  entschlossener. Skeletor schwang seinen Widderstab in Richtung seines ewigen Widersachers. Die ewigen Kontrahenten standen sich einmal mehr gegenüber.

„Und es wird keine Wiederkehr für Dich geben“, rief Skeletor mit dämonischer Stimme und stürmte auf He-Man zu. Dieser parierte den Angriff, indem er Skeletors Stab in zwei Hälften zerteilte. Skeletor schaute ungläubig. Dann schnaubte er verächtlich: „Ich brauche keine Waffen, um dich zu besiegen.“ Mit diesen Worten setzte er zu einem Fußtritt an. Geschickt dreht sich He-Man zur Seite. Und dann geschah es: Skeletor verlor den Halt. Er taumelte in Richtung des Abgrunds der Everlasting Mountains. Der Ort, an den er He-Man heimlich gefolgt war, um ihn hinterrücks niederzustrecken.

„Nimm meine Hand“, rief He-Man. Der stärkste Mann des Universums streckte seinen gewaltigen Arm in Skeletors Richtung aus. Für einen Moment hielt der taumelnde Skeletor inne. Ganz als würde er das helfende Angebot in Betracht ziehen. Verächtlich blitzte es in seinen Augen. Seine Hand blieb, wo sie war. Dann verlor das Totenschädelgesicht den Halt und stürzte ab. Er fiel in die Tiefe.

He-Man eilte zum Abgrund. Nichts. Er war weg. Skeletor. Tot. Der Dämon der Dunkelheit war verschwunden. Für immer. Wortlos drehte sich He-Man um und stieg in seinen Dragon Walker. Der mechanische Kettenantrieb setzte sich in Bewegung.


Skeletor kam nur langsam zu sich. Konnte das sein? Er war nicht tot? Sein Rücken schmerzte. Um ihn herum: Dunkelheit. Seine Hände ertasteten Sand. Er war in eine Sandgrube gefallen. Das hatte den Fall abgefedert und ihm das Leben gerettet. Langsam rappelte er sich auf. Vom Sturz war er immer noch benommen.

Das war auch der Grund, warum er das Fauchen hinter sich nicht gehört hatte. Dann war es auch schon zu spät. Das Untier biss sofort zu. In sein Genick. Skeletor schrie auf. Dann griff er mit seiner rechten Hand über die Schulter und packte das unbekannte Wesen. Dieses fühlte sich schuppig und kalt an. Mit aller Kraft riss Skeletor an dem Wesen. Lautes Krachen. Die Zähne des Wesens brachen ab und blieben in der Wunde stecken. Das Tier heulte auf.

Skeletor packte das Ungetüm nun mit beiden Händen und hielt es im eisernen Griff vor seinem Gesicht. Mit seinen dunklen Augenhöhlen fixierte er das Tier. „In Dir steckt ein wilder Geist“, sagte er. „Wie in mir.“ Skeletor grinste. Der Drache wehrte sich weiter vergebens. Auf dem Boden lag eine Kette. Wahrscheinlich von einem früheren und offensichtlich erfolglosem Versuch, das Tier zu bändigen.

Der Fürst der Dunkelheit hielt den Drachen nun mit einer Hand auf Abstand. Mit der anderen hob er die Kette auf. Auch ein verrostetes Vorhängeschloss war dran. Geschickt legt er den tobenden Drachen die Kette um den Hals und arretierte diese mit dem Schloss. Dann ließ der den Drachen los, hielt aber das Kettenende fest in der Hand. Der Drache zerrte und zurrte und wollte entkommen. Dann versprühte er grünen Nebel. Gift, schoss es Skeletor durch den Kopf. Geschickt wich er dem tödlichen Sprühnebel aus. „Mach das noch einmal und ich schneide dir mit der Kette die Luft für immer ab“, donnerte Skeletor in Richtung des Ungetüms. Der Drache funkelte ihn mit seinen grünen Augen wütend an – versprühte sein Gift nun aber nicht noch einmal. „Gut, du bist also gelehrig“, grinste Skeletor.

Kurze Zeit später in Snake Mountain. Niemand hatte Skeletors Abwesenheit bemerkt. Two-Bad reparierte gerade Night Stalker. Das Robot-Pferd war von einem Kampf ramponiert. Stinkor setzte die defekte Falltür instand, die nicht mehr automatisch schließen wollte. Und Beast-Man versuchte mit seinen Beschwörungsformel Herr über die Rattenplage zu werden, die Snake Mountain seit einigen Monaten heimsuchte. „Ganz schön runtergekommen hier alles“, murmelte Two-Bad vor sich hin.

Was sagst Du“, grollte es hinter ihm. Erschrocken fuhr Two-Bad herum. Dort stand Skeletor. Er sah furchterregend aus: Aus mehreren Wunden am Körper blutete er. Sein Harnisch war zerfetzt und hing an einer Stelle herunter. Die Kapuze war eingerissen und legte Teile des blanken Totenschädelkopfes frei. Und auf seinem Rücken saß ein Drache. Festgekettet an Skeletors Körper. Der Drache hatte sich an Skeletors Rücken festgekrallt. Blut lief aus den Wunden. Doch das schien dem Meister des Bösen nichts auszumachen. Er schien außer sich vor Wut zu sein. Und das überdeckte den körperlichen Schmerz.

„Kommt alle zusammen in unserem Lageraum“, bellte Skeletor. „He-Man! Die Rache ist mein.“ Skeletors Vasallen ließen augenblicklich ihre Arbeit ruhen. Sie folgten Skeletor. Skeletor schritt die dunklen Gänge entlang. Er dreht den Kopf über seine Schulter und sprach zu seinem Drachen: „Wir werden sie alle vernichten. Alle. Und sie werden es nicht kommen sehen. Denn sie denken, dass ich tot bin. Doch ich kehre zurück als Dragon Blaster Skeletor. “ Er lachte kehlig. Wie zur Bestätigung schnaubte auch der Drache auf seinem Rücken. Skeletor schloss die Tür seines Lageraums. Dunkle Zeiten standen Eternia bevor.

Anmerkung des Autors

16.05.2017 / Dies ist das (Fantasie-) Werk eines Masters of the Universe Fans. In Anlehnung an die Filmation-Serie und die Europa-Hörspiele. Aus Liebe an dieser fantastischen Idee namens He-Man and the Masters of the Universe.

Die Figur des Dragon Blaster Skeletors hat mich schon immer fasziniert. Die Auflösung des Mini-Comics, wie Skeletor zu seinem Drachen kam, fand ich gut. Ich hatte mir aber als Kind immer doch etwas schicksalhafter und mystischer vorgestellt, wie diese beiden Kreaturen sich finden. Diese Vorstellung wollte ich in einer eigenen Geschichte verarbeiten. Zukünftig plane ich mehr von dieser Sorte von Initiation-Geschichten zu schreiben.

Bisher von mir veröffentlichte Masters of the Universe Fan-Kurzgeschichten:

Angriff der ZeitfresserIn ihrem Wind Raider sind He-Man und Orko auf dem Rückweg aus der Wüste der Zeit. Plötzlich werden sie von einem geheimnisvollen Flugobjekt abgeschossen. In den Trümmern des Crashs erkennen He-Man und Orko, dass sie viel mehr verloren haben als nur ihren Wind Raider. Beide sind um Jahre gealtert…

Robotos TodRoboto wird vom Horde-Kämpfer Multi-Bot gefangen. Dieser will aus Robotos Geheimnis erfahren. Doch der heroische Mechano-Krieger schweigt. Da greift Multi-Bot zu drastischen Mitteln…

Der Fall des GutenEvil-Lyn nutzt Adams Hilfsbereitschaft aus und lockt ihn in eine tödliche Falle. Doch sie hat nicht mit der Zauberkraft von Grayskull gerechnet.

Das Gefrorene SchwertAdam und Cringer sind auf einem Ausflug, als sie von einem Eisregen überrascht werden. Das Zauberschwert wird im Eis eingeschlossen. Just in diesem Moment nahen Skeletor und seine Schergen. Und Adam kann sich nicht mehr in He-Man verwandeln.

Mehr Content zu Masters of the Universe in meinem Blog: Link

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