Angriff der Zeitfresser (Eine Masters of the Universe Kurzgeschichte)

Read the English version of this short story.

Der Wind Raider hob langsam vom Boden ab. He-Man betätigte die Schubtaste und der Raumgleiter beschleunigte. “Kurs auf Eternis”, rief Orko fröhlich. Er hatte es sich auf dem zweiten Sitz bequem gemacht. Orko und He-Man hatten in der Wüste der Zeit nach Queranium gesucht. Dieser seltene Quarz brauchte Man-at-Arms für eine neue Erfindung. He-Man hatte dank seines Zauberschwerts schnell die Stelle gefunden, an welcher der Quarz unter der Erde lag. Nun hatten sie sich auf den Heimweg gemacht.

Der stärkste Mann des Universums scherzte gerade mit dem kleinen Trolaner, da stockte He-Man in seiner Erzählung. Vor ihm hatten sich die Wolken verschoben. Urplötzlich und in einer ungewohnten Formation. Das Wolkengebilde formte sich zu einem Kreis und verdunkelte sich. Dann tauchten zwei weitere Objekte auf. Beinahe gleichzeitig fingen die drei Objekte an zu leuchten. Es war ein dunkelrotes, bedrohliches Licht. He-Man nahm das Steuerruder fest in die Hand und wollte unter den Objekten durchfliegen.

Doch es war zu spät. Die drei kreisrunden Objekte feuerten gleichzeitig einen roten Lichtstrahl aus ihrem Innersten ab. Die drei Strahlen bündelten sich zu einem. Dieser traf den Wind Raider. Es krachte laut und He-Man rief: “Festhalten! Wir stürzen ab.“ Die Instrumente des Wind Raider spielten verrückt. He-Man konnte den Raumgleiter nicht mehr kontrollieren. Nun galt es, den Absturz zu überleben. Der Wind Raider schoss im freien Fall in Richtung Erde. Dann kam schon der Einschlag. Und um He-Man und Orko herum wurde es schwarz.

Orko wachte als Erstes auf. Sein Kopf tat weh. Er lag am Boden. Beim Aufprall wurde er aus dem Raumgleiter geschleudert. “He-Man?”, rief Orko. “Hier”, hörte er eine leise Stimme. Sein mächtiger Freund lag in den Trümmern des Wind Raiders. “He-Man”, rief Orko. “Bist du verletzt?” Voller Angst schwebte Orko zu seinem Freund herüber. “Ich glaube nicht”, sagte He-Man und schob die Trümmerteile beiseite. Die Zauberkraft von Grayskull hatte ihn vor Schlimmerem bewahrt. “Orko, was ist los? Mir geht’s gut.” Er fragte das, da Orko He-Man mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund anstarrte. “Du-Du-du…” Orko konnte den Satz nicht aussprechen. He-Man erblickte sein Spiegelbild in einer zerbrochenen Glasscheibe und kannte nun den Grund für Orkos Reaktion. “Ich bin alt”, sagte He-Man erstaunt.

He-Mans Gesicht lag in Falten. Seine Haut war gräulich geworden. Graue Strähnen durchzogen sein Haar. Das musste mit dem Angriff der fliegenden Objekte zusammenhängen. Was war das nur für eine Magie? Doch sie hatten keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. Denn neben ihnen schlug just in diesem Moment ein roter Laserstrahl an. Die Objekte griffen wieder an. “Schnell in Deckung”, rief He-Man. Er schnappte sich Orko und rettete sich mit einem Sprung hinter einen Felsen.

In diesem Moment schlug der zweite gebündelte  Laserstrahl ein. „Und das alles nur wegen eines kleinen Stücks Queranium-Quarz”, murmelte He-Man. Der Strahl hatte die beiden nicht getroffen. Doch bereits das  Licht schien eine Wirkung zu haben. “Ich kann nicht mehr schweben”, rief Orko. Tatsächlich. Der Trolaner war zu Boden gesunken. Und er sah auch denkbar müde aus. “Nur die Kinder und die Alten können bei uns auf Trola nicht schweben”, rief Orko entsetzt. Alt. Das schien das Schlüsselwort zu dem Ganzen zu sein. He-Man hob sein Schwert vor sein Gesicht und schaute sein sich darin spiegelndes Gesicht an. Er sah nun noch älter aus. Die Haare nun vollständig weiß. Die Wangen eingefallen. Falten und Furchen durchzogen das Gesicht.

“Orko”, rief He-Man. “Mit jedem Strahl rauben uns diese Wesen ein Stück mehr unserer Zeit”. Orko schaute ihn verwundert an. Doch dann verstand er. Ja, sie waren nach jedem Schuss gealtert. Das war es. Diese Wesen nährten sich von der Lebensenergie von anderen. “Na wartet, Ihr Zeitfresser!”, rief Orko gen Himmel. “Vorsicht, mein Freund”, sagte He-Man. “Reize sie weiter und sie nehmen uns noch den Rest unserer Lebensenergie.”

Sie duckten sich hinter die schützenden Felsen, während die drei Zeitfresser suchend über sie hinwegschwebten. Geschützt durch die Felsen konnten die Angreifer He-Man und seinen kleinen Freund nicht sehen. He-Man dachte angestrengt nach. Er musste eine Lösung finden, um die Angreifer abzuhalten und den Alterungsprozess aufzuheben. Er schaute sein Schwert an. Ein Kampf allein würde sie nicht weit bringen, um die Wirkung umzukehren. Doch immer noch den Blick auf sein Schwert gerichtet, kam ihm eine Idee: Wenn die Zauberformel von Grayskull ihn von Adam in He-Man verwandeln konnte, dann konnte ihn diese vielleicht auch in sein Adam-Ich zurückverwandeln und dabei gleichzeitig den Alterungseffekt umkehren. Einen Versuch war es wert.

He-Man stand aus der Deckung auf und streckte sein Schwert in den Himmel. Laut sprach der die Formal der Macht in umgekehrter Reihenfolge aus: “Zauberkraft-die-habe-ich. Grayskull-von-Macht-der-bei.” Er richtete sein Schwert auch auf Orko. Beide wurden in gleißendes Licht getaucht, welches sich nun langsam von außen nach innen abbaute. Ein schwaches Glimmen, dann verschwand das Licht vollständig in He-Mans Schwert. Oder eher gesagt: In Adams. Denn nun stand der Prinz dort. Die Rückverwandlung hatte geklappt. Adam hielt sich das Schwert vor das Gesicht. “Ich bin wieder ganz der Alte”, lächelte er. “Nein, der Junge“, verbesserte ihn Orko. Und tatsächlich: He-Mans graue Haare und Falten waren verschwunden. „Und auch ich kann wieder schweben”, freute sich Orko.

Plötzlich krachte es. Geschickt wehrte Adam den eintreffenden Laserstrahl mit seinem Schwert ab. Die Zeitfresser griffen wieder an. Dann ein weiterer Schuss. Wieder parierte Adam diesen. Dieses Mal traf der abgewehrte Strahl den angreifenden Zeitfresser. Plötzlich hörte das  rote Leuchten im Inneren des kugelförmigen Wesens auf. Der Koloss  fiel zu Boden und regte sich nicht mehr. Schnell reagierte Adam. Er schleuderte das Schwert auf den zweiten Zeitfresser. Beim Einschlag blitzte es kurz auf. Und auch das zweite Wesen hörte auf zu Leuchten und fiel zu Boden. Im Nu hatte Adam dann auch den dritten Gegner ausgeschaltet.

He-Man sagte zu Orko: “Die Energie meines  Schwerts hat den Zeitfressmechanismus gestoppt. Dadurch sind diese Wesen, die sich von Lebensenergie ernähren, in eine Art Schockstarre gefallen.” Orko lächelte ihn an: “Oder man kann es auch einen Winterschlaf nennen. Nur dass es dafür in dieser Wüste nicht kalt genug ist”. Der Trolaner kicherte und auch He-Man konnten nun erleichtert lächeln. Die Gefahr war überstanden. Zeit, sich auf den Heimweg zu machen.


22.04.2017 / Dies ist das (Fantasie-) Werk eines Masters of the Universe Fans. In Anlehnung an die Filmation-Serie und die Europa-Hörspiele. Aus Liebe an dieser fantastischen Idee namens He-Man and the Masters of the Universe.

Bisher von mir veröffentlichte Masters of the Universe Fan-Kurzgeschichten:

Robotos Tod
Roboto wird vom Horde-Kämpfer Multi-Bot gefangen. Dieser will aus Robotos Geheimnis erfahren. Doch der heroische Mechano-Krieger schweigt. Da greift Multi-Bot zu drastischen Mitteln…
Der Fall des Guten
Evil-Lyn nutzt Adams Hilfsbereitschaft aus und lockt ihn in eine tödliche Falle. Doch sie hat nicht mit der Zauberkraft von Grayskull gerechnet.
Das Gefrorene Schwert

Adam und Cringer sind auf einem Ausflug, als sie von einem Eisregen überrascht werden. Das Zauberschwert wird im Eis eingeschlossen. Just in diesem Moment nahen Skeletor und seine Schergen. Und Adam kann sich nicht mehr in He-Man verwandeln. 

 

Mehr Content zu Masters of the Universe in meinem Blog: Link

2 thoughts on “Angriff der Zeitfresser (Eine Masters of the Universe Kurzgeschichte)

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