Marlos magisches Nasenbluten (Eine kleine Gespenstergeschichte, Teil 5)

Marlo und Jonas waren mal wieder im Wald unterwegs. Es war früher Abend, denn nur dann konnten das kleine Gespenst und der Jäger überhaupt rausgehen. Sie spielten Fangen. Jonas lief Marlo hinterher. Dieser schwebte wenige Zentimeter über dem Boden und flog eilig davon. Er leuchtete grün und flog eiligst zwischen den Bäumen hindurch – über die Äste, unter den Ästen hindurch, durch ausgehöhlte Bäume. Marlo war schnell, sehr schnell. Jonas keuchte vor Erschöpfung.

„Du kriegst mich nicht!“ rief Marlo. Er drehte sich zu Jonas um, der hechelnd hinter ihm herlief. Da passierte es. Zack, rumms, krach! Und Marlo lag am Boden. Er war gegen einen Baum geflogen, da er nicht aufgepasst hatte. „Marlo, geht es dir gut?“, fragte Jonas besorgt. „Ja“, sagte das kleine Gespenst. „Aber Du blutest aus der Nase!“ rief Jonas. „Huch!“ sagte Marlo. Tatsächlich kam ein wenig Blut aus Marlos Nase. Doch dieses Blut war nicht rot! Nein, es war grün und leuchtete in der Dunkelheit.

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Marlos grünes Blut leuchtet in der Dunkelheit.

Marlo lächelte und sagte: „Schau nicht so verwundert. Ja, wir Gespenster haben grünes Blut!“ In diesem Moment fiel ein Tropfen des Bluts auf den Boden. Plötzlich brach die Erde auf und es wuchsen Blumen aus der Erde. Diese Blumen waren nicht grün oder rot. Nein, sie waren goldfarben. Nein, viel mehr: Sie waren aus echtem Gold! Jonas rieb sich verwundert die Augen und pflückte eine Blume aus Gold.

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Eine Blume aus Gold: Verwandelt von Marlos magischem Nasenblut.
„Ach ja“, sagte Marlo. „Ich vergaß zu sagen: Und mein Blut ist magisch.“ Er nahm einen kleinen Tropfen Blut und flog damit zu einem Baum. Er befeuchtete mit seinem Blut den Baum. Urplötzlich bewegte dieser seine Äste und seinen Blätter und fing an zu schwingen. Und was war das? „Dudadididei“. Der Baum sang ein Lied. Und er tanzte dazu im Takt. Marlos Blut hatte den Baum zum Leben erweckt. Marlo lächelte.
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Der verzauberte Baum tanzt!
Während Jonas goldene Blumen pflückte und der Baum zum Takt der Musik schwang, kroch ein kleiner Regenwurm über den Boden. Dabei kroch er durch einen Bluttropfen, der aus Marlos Nase auf den Boden gefallen war. Jonas sah den Wurm. Doch dann auf einmal hörte er ein freundliches „Hallo!“. Der Regenwurm sprach mit ihm! „Hallo ich bin Felix, der Regenwurm! Hast Du meinen Freund Moritz, den frechen Marienkäfer, gesehen?“. „N-n-n-ein“, antwortete Jonas verdutzt. „Na gut“, sagte Felix der Regenwurm. „Bis später“, sagte er und kroch davon.
Jonas lächelte, während Marlo sich ein kleines Taschentuch an die Nase hielt. Die Blutung hatte aufgehört. Marlo sagte: „Komm‘, Jonas. Spielen wir weiter. Du kriegst mich nicht!“. Das kleine Gespenst lachte und flog davon. Jonas rannte ihm hinterher. Diesmal würde er Marlo fangen.

Ende

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11.02.2017. Diese Geschichte habe ich für meine beiden Kinder als Gute-Nacht-Geschichte erdacht. Vielleicht findet auch der ein oder andere Freund der fantastischen Geschichte daran gefallen. 🙂

Alle Abenteuer von Marlo findet Ihr hier.

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