DAS GEFRORENE SCHWERT: Eine Masters of the Universe Kurzgeschichte

** Read the English version of this story here **

Prince Adam und sein Tiger Cringer war mit dem Wind Raider in die Wälder von Eternia geflogen. Dort wollten sie nach einer seltenen Vogelart Ausschau halten, über die sie in der Königlichen Bibliothek von Eternia gelesen hatten.

Der Prinz und sein Tiger hatten sich gerade auf einen großen Stein gesetzt, um die Baumwipfel nach Vögeln abzusuchen. Da hörten sie plötzlich ein Geräusch. Ein leises Krachen. Etwas war direkt vor ihre Füße gefallen. Das sah aus wie ein kleines Stück Eis. Genau in diesem Moment flog ein weiteres davon vor Adams Füße. Und noch eins. Und dann färbte sich der Himmel dunkelrot.

„Ein Eisregen, mein Kater“, sagte Adam zu Cringer. „Schnell, wir müssen Unterschlupf finden. Sonst werden wir von den Eisbrocken erschlagen.“ Adam und Cringer fanden eine kleine Höhle, in die sie sich hineinzwängten. Dabei bemerkte Adam nicht, dass sein Zauberschwert aus seiner Rückenhalterung gerutscht war. Nun lag es ein paar Meter weiter vom Höhleneingang entfernt auf dem Boden. Adam bemerkte dies nun und wollte es holen. Doch in diesem Moment krachten Tausende von Eisstücken vom Himmel. Mit gewaltiger Kraft schlugen sie auf dem Boden ein. An ein Herausgehen war nun nicht mehr zu denken.

„So einen starken Eisregen habe ich noch nie auf Eternia erlebt“, murmelte Adam. Irgendetwas war seltsam daran. Nur wusste Adam in diesem Moment nicht, was es war. Draußen hielt der Eisregen an. Auf dem Boden türmten sich nun die Eisstücke. Sie schlossen sich zu einer dichten Decke zusammen. Wie Kieselsteine, die übereinander geschüttet wurden. Nach kurzer Zeit waren das Gras und die Pflanzen nicht mehr zu sehen. Und auch das Zauberschwert lag nun unter eine dicken Decke von Eis.

Dann hörte der Eisregen so plötzlich auf, wie er gekommen war. Adam und Cringer kamen aus ihrem Unterschlupf. Am Himmel schien wieder die Sonne. Nichts erinnerte an den heftigen Wetterumbruch. Adam ging zu der Stelle, wo sein Schwert lag. Mit den Händen versuchte er, das Eis zu zerbrechen. Doch das war zwecklos. Das Schwert eingeschlossen. Aus dem Wind Raider holte er eine Schaufel und versuchte mit dieser, das Eis zu brechen. Doch dieses war stahlhart. Mit schweren Schlägen versuchte er, das Eis zu brechen. Da verdunkelte sich über ihm erneut der Himmel.

Doch dieses Mal war es kein Unwetter. Nein. Vielmehr war es ein Fluggerät, das die Sonne verdeckt. Es hatte die Form eines Hubschraubers und gleichzeitig einer gigantischen Libelle. „Das ist doch der Fright Fighter“, murmelte Adam. Und tatsächlich war das das Flugobjekt der bösen Meister von Eternia. Als der Fighter näher kam, sah Adam den Piloten. Es war Skeletor. Meister des Bösen. Ewiger Widersacher. Neben ihm saßen Whiplash und Ninjor.

Der Fright Fighter setzte auf dem Boden auf. Adam hatte nun keine Möglichkeit mehr, weiter nach dem Schwert zu graben.  Und selbst wenn er das Schwert hätte erlangen können – wie sollte er sich jetzt noch in den He-Man verwandeln, den stärksten Mann des Universums, ohne dass Skeletor und seine Schergen das Geheimnis seiner Doppelidentität erfahren würden?

Skeletor, Whiplash und Ninjor stiegen aus dem Fright Fighter. Skeletor schnappte sich seinen Widderstab. Whiplash grunzte laut, als er sich aus den Sitzen des Fighters zwang. Ninjor zog sogleich sein großes Schwert. Dieses blitzte in der Sonne. „Nun, nun, wen haben wir denn da“, tönte Skeletor und kam mit langsamen Schritten auf Adam zu. „Der Prinz von Eternia und sein kleiner Schmusetiger.“ Er lachte kehlig. „So ganz alleine hier draußen, Prinz?“ Skeletor schaute ihn grinsend an. Adam antwortete nicht und blickte dem Skelettgesicht mit unbewegte Miene in die Augenhöhlen.

„Welch’ eine Überraschung“, fuhr Skeletor fort. „Als wir heute Morgen losflogen, um unseren Wetterwandler zu testen, ahnte ich noch nicht, dass ich einen solch wertvollen Fang heute machen würde. Der PRINZ von Eternia!“

Wetterwandler. Nun war Adam klar, wer den Eisregen verursacht hatte. Skeletor baute einmal erneut an einer todbringenden Maschine.

„Fesselt sie“, befahl der Meister des Bösen. Whiplash grunzte und legte Adam und Cringer Fußfesseln aus Timaranium an, dem härtesten Metall, welches auf Eternia zu finden war. „Und bringt sie nach Snake Mountain in den Kerker“, fuhr Skeletor fort.

Kurze Zeit später fanden sich Adam und Cringer im Verlies von Snake Mountain wieder. Um sie herum war Dunkelheit. Sie waren die einzigen Gefangenen. Durch das kleine Fenster ihrer Zelle sahen sie hoch oben am Gipfel den steinernen Schlangenkopf der Festung. Durch diesen stürzte ein Fluss in die Tiefe. Das brechende Licht färbte das Wasser rot, so dass es für den Betrachter aussah wie Blut. Eine furchteinflößende Umgebung für alles Gute.

Adam dachte nach, wie er entkommen konnte. Keiner von seinen Freunden wusste, dass Cringer und er in den Wald geflogen waren. Auch Man-At-Arms nicht. Und in He-Man konnte er sich auch nicht verwandeln. Sie mussten sich also selbst helfen. Schnell. Bevor Skeletor etwas Grausames mit ihnen anrichtete.

Vor der Zellentür sah Adam ein Stück Seil. Er schaffte, es mit den Händen zu erreichen. Er formte eine Schlinge und legte diese um Cringers Tigerkörper. Das andere Ende befestigte er an dem Gitter seines Zellenfensters. „Zieh, alter Kater“, rief Adam. „Ich weiß, dass Du nicht die Kraft von Battle Cat hast, aber Du bist dennoch eine starke, große Katze.“ Cringer lief einen Schritt vorwärts und sammelte all seine Kraft. Und tatsächlich. Das von der Luftfeuchtigkeit rostige gewordene Gitter bewegte sich. Adam kam Cringer nun zur Hilfe und zog auch kräftig an dem Seil. Mit einem Ruck löste sich das Gitterfenster und fiel krachend zu Boden.

Adam und Cringer zwängten sich nun durch das Fenster. Auf der anderen Seite sahen sie, dass dort ein riesiger See war. Dieser umgab Snake Mountain fast vollständig. Ihnen blieb keine Wahl. Dies war der einzige Weg nach draußen. Cringer und Adam sprangen in die Fluten. Zum Glück konnten sie gut schwimmen.

Ein Ende des Sees führte direkt in einen Fluss. Sie schwammen dorthin und ließen sich von der Strömung flussabwärts treiben. Geklammert an einen im Wasser treibenden Baumstamm. Viele Kilometer lang. Dann hörten sie einen lauten Knall. Adam und Cringer schauten zurück nach Snake Mountain. Über der Festung stieg Rauch auf. Skeletor und seine Schergen hatten ihr Entkommen also bemerkt. Adam war nun klar: er musste schnell handeln.

An der nächsten Flussbiegung gingen Adam und Cringer an Land. „Wir sind nicht weit von unserem Wind Raider entfernt, alter Freund“, sagte Adam zu seinem Tiger. „Steig’ auf meinen Rücken“, raunte Cringer. Und das tat Adam. Cringer lief los. Er hatte nicht die Kraft von Battle Cat, aber er war trotzdem schnell und agil. Sie ritten in hohem Tempo durch den Urwald. Vorbei an Lianen, Schlangen und Wasserfällen. Cringer sprang mit Adam auf dem Rücken über Gruben, Baumstämme und Steine. Dann erreichten sie die Lichtung, bei der Skeletor sie gestellt hatte. Der Wind Raider stand noch dort. Und auch die Lichtung war weiterhin vereist.

Adam musste sich beeilen und eine Lösung finden, wollte er sein Schwert aus dem Eis befreien. Skeletor und seine Schergen würden bald hier sein. Und eine erneute Flucht würde dann sicherlich nicht mehr so einfach sein. Adam schaute sich um. Er dachte nach. Dann kam ihm eine Idee. „Was machen wir, Adam?“, brummte Cringer. Der Prinz lächelte. „Um das Zauberschwert zu befreien, kann nur pure Kraft helfen!“. Cringer verstand nicht, war Adam doch nicht der starke He-Man. Adam ging zum Wind Raider und holte eine Axt heraus. Er begann damit, einen Baum zu fällen. Er schlug so lange auf den Baum ein, bis dieser anfing, sich zu neigen. Dann stoppte er. Das Gleiche machte er mit zwei weiteren Bäumen.

Dann fiel Cringer auf, dass sich alle Bäume in Richtung der Stelle neigten, an der das Schwert lag. „Wir müssen die Bäume gleichzeitig zu Fall bringen“, rief Adam. Cringer hatte Adams Plan verstanden. „Auf mein Kommando“, rief Adam. Dabei stieß er einen Baum um, so dass dieser zu Fallen begann. Schnell drückte Cringer den zweiten und dritten Baum mit dem Kopf in die richtige Richtung. Mit einem lauten Krachen fielen alle drei Bäume gleichzeitig um.

Durch die gewaltige Kraft des gleichzeitigen Einschlags zerbrach das Eis in tausend Stücke. Durch die ungeheure Wucht wurde das Zauberschwert aus dem Eis gesprengt und flog im hohen Bogen in die Luft. Nun war Adam zur Stelle. Er stelle sich unter das Schwert und fing es mit sicherem Griff auf. Beim Kontakt mit seiner Hand blitze das magische Schwert für einen Moment auf. Mit langem Blick schaute er nun Cringer an und lächelte. Dann rief er mit ansteigender Stimme jene Worte, die er schon so oft zuvor gesagt hatte, wenn Gefahr im Verzug war: “Bei der Macht von Grayskull!” Adam hielt für einen kurzen Moment inne, dann fuhr er mit ansteigender Stimme fort: “Ich habe die Zauberkraft!”

Schlagartig wurden Cringer und Adam in gleißendes Licht getaucht. Um sie herum schien sich die Luft zu drehen und wie der Sog eines Tornados nach oben zu steigen. Die beiden waren nun nicht mehr zu sehen. Dann leuchtete das Zauberschwert grellweiß auf und die Umrisse von Adam und Cringer tauchten nun langsam wieder ins Sichtfeld. Doch es waren nicht mehr der Prinz und die Katze, die dort standen. Dort in der Mitte der Lichtung standen nun verwandelt: He-Man und Battle Cat.

He-Man steckte das Schwert der Macht zurück in seinen Schaft und stieg auf Battle Cat auf. Just in diesem Moment kam der Fright Fighter angeflogen. Verwundert schaute der Fürst der Finsternis aus dem Cockpit auf die Erde herab. Er hatte Adam erwartet. Nun war da He-Man. Skeletor zauderte ein wenig. Hatte er Angst vor einer Konfrontation? Er dachte kurz nach, dann landete er den Fright Fighter.

Heraus stiegen Skeletor, Whiplash und Ninjor. Zudem hatten sie sich Verstärkung mitgebracht: auch der fürchterliche Spikor und der Meister des üblen Geruchs, Stinkor, waren mit an Bord. Skeletor grinste und zeigte dabei seine hässlichen Zähne: „Ha. Nach Adam gesucht und He-Man gefangen! Das ist ein guter Tag für mich.“ Ohne weitere Worte griff er sein Schwert und stürmte auf He-Man zu. He-Man wehrte den Schwertschlag gekonnt ab. Er schlug dabei Skeletors Schwert ohne große Mühe aus dessen Hand. Kurz schaute der Herr des Bösen irritiert. Dann trat er beiseite und rief: „Whiplash, Ninjor – auf ihn“. Der riesige Reptilmann stürmte auf He-Man zu und auch Ninjor zückte sein Langschwert. Da holte Battle-Cat Anlauf und stürmte auf die Schergen zu. Mit seinem gewaltigen Kopfpanzer rammte er die beiden Dämonen gleichzeitig. Diese fielen zu Boden und blieben bewusstlos liegen.

He-Man wartete den Angriff der restlichen Schergen nicht ab. Er wollte der Sache ein Ende bereiten. Er war schon zu lange hier draußen. Mit seinem Schwert schnitt er eine große Eisplatte aus dem Boden. Er nahm die gigantische Platte und hob diese hoch als wäre sie eine Blatt. Dann warf er sie in Richtung der Schergen Skeletors. Diese konnten gerade noch ausweichen, als die Platte in den hinter ihnen stehende Fright Fighter krachte und diesen in tausend Teile zerlegte.

„Das wird ein langer Heimweg für Euch“, grinste He-Man. Mit diesen Worten richtete er sein Schwert in Richtung von Skeletor und seinen Helfern. Diese wichen augenblicklich zurück und verschwanden in den Wald. Für das Böse war die Schlacht heute verloren. Skeletor drehte sich noch einmal um, ballte seine Faust und rief hasserfüllt: „Wir sehen uns bald wieder, He-Man.“ He-Man steckte sein Schwert weg, drehte sich um und lief zu Battle Cat. Leise sagte er zu sich: „Da bin ich mir sicher, Skeletor. Und ich werde bereit sein.“ Dann stieg er auf Battle Cat. Die Dämmerung war eingebrochen. Es war Zeit, nach Hause zu gehen.


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Dies ist das (Fantasie-) Werk eines Masters of the Universe Fans. In Anlehnung an die Filmation Serie und die Europa Hörspiele. Aus Liebe an dieser fantastischen Idee namens He-Man and the Masters of the Universe.

 

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