Marlo und die Zauberkäfer (Eine kleine Gespenstergeschichte, Teil 4)

„Jonas, mir ist langweilig“, sagte Marlo. Es war einer dieser Nächte. Nichts war los. Und Jonas und seinem Freund Marlo fiel nun wirklich nichts ein, was sie spielen konnten. „Komm‘, wir gehen in den Wald“, sagte Marlo. „Ich habe eine Idee.“

Jonas schaute verwundert, folgte seinem kleinen Freund aber. Im dunklen Wald angekommen, standen das kleine magische Gespenst und der junge Jäger auf einer Lichtung. Und nun zeigte Marlo, warum er ein magisches Gespenst war: Mit leiser Stimme flüsterte er geheimnisvolle Zauberworte. Jonas verstand sie nicht, aber sie klangen wie schöne Musik.

Auf einmal kam ein Wind auf und die Blätter am Boden raschelten. Die Magie zeigte ihre Wirkung. Hinter einem Baumwipfel begann es nun zu leuchten. Das Licht wurde immer stärker. Es war grün. Nein gelb. Oder rot. Hm, so genau konnte man das nicht sagen. Auf jeden Fall war es aber sehr schön.

Das Leuchten kam näher und stoppte vor den Nasenspitzen von Marlo und Jonas. Und dann sah Jonas, was das war: tausende kleine Käfer waren das. Käfer, die fliegen konnten! Und das ohne Flügel. Und zudem leuchteten sie so wunderschön.

„Das sind die Zauberkäfer vom Grünen Tannenwald“, erklärte Marlo seinem Freund. „Sie kommen nur des Nachts heraus. Und nur, wenn man sie mit Magie ruft. Sind sie einmal da, hat man einen tollen Spaß mit Ihnen“. Jonas schaute fragend und Marlo zwinkerte ihm nur zu.

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„Ihr Zauberkäfer, wir haben Hunger“, rief Marlo. Sogleich schwirrten die Käfer in die Dunkelheit. Nach kurzer Zeit kamen sie wieder. Dabei hatten sie Essen. So trugen viele tausend Käfer auf ihrem Rücken einen Apfel, den sie vom Baum gepflückt hatten. Andere Käferflogen mit kleinen Nüssen her, die sie von Sträuchern abgemacht hatten. Und eine Schar ganz mutiger Käfer hatte sogar ein großes Stück Käse dabei. Welcher Maus sie das wohl geklaut hatten? Marlo und Jonas aßen alles begierig auf.

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Nun rief Marlo: „Ihr Zauberkäfer, wir wollen Spielen. Wir brauchen Licht!“ Die Käfer gehorchten Marlos magischem Befehl sofort. Sie flogen in die Höhe bis zu den Spitzen der Bäume. Dann teilten sie sich auf. Ein jeder Käfer flog direkt neben dem anderen. Dann wurde das Summen immer lauter. Und plötzlich wurde es hell wie am Tag. Die ganze Waldlichtung war nun gut einsehbar. Marlo und Jonas spielten Fußball, Frisbee und Fangen. Dann fielen sie erschöpft auf einen Baumstumpf nieder.

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„Ihr Zauberkäfer, spielt Musik“, rief Marlo nach einer kurzen Pause. Und tatsächlich: Die Käfer fingen an, Musik zu machen. Einige machten die Musik einer Trommel, indem sie immer wieder gegen die Baumstämme flogen. Andere Käfer tanzten mit ihren kleinen Füßchen auf einer Metallgabel. Das klang dann wieder ein Klavier. Erstaunlich, wie schön die Musik war.

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Angezogen vom Licht und der Musik kamen immer mehr Tiere auf die Lichtung: Füchse, Eichhörnchen, Wildschweine, Vögel, Eulen, Mäuse und Biber. Ja selbst eine Brillenschlange gab sich die Ehre. Die Tiere fingen im Takt der Musik an zu tanzen. Und so feierten Marlo und Jonas mit allen Tieren bis in die späte Nacht eine tolle Party.

Ende

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24.01.2017. Diese Geschichte habe ich für meine beiden Kinder als Gute-Nacht-Geschichte erdacht. Vielleicht findet auch der ein oder andere Freund der fantastischen Geschichte daran gefallen. 🙂

Marlos weitere Abenteuer:

Marlo, das magische Gespenst (Eine fantastische Geschichte)

Marlo und die Räuber

Marlo wird entführt (Eine kleine Gespenstergeschichte, Teil 3)

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