​Kampf gegen den Roten Drachen (Eine Drachengeschichte, Teil 5)

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“Dragon” by Apollo Scribe is licensed under CC BY-NC-ND 2.0 / no changes made

Es war später Abend im Roten Königreich. Der Blaue, Rote und Gelbe Ritter saßen an einem Lagerfeuer im Roten Schloss. Plötzlich hörten sie schwere Flügelschläge über sich. Er war es: ihr Freund, der Schwarze Drache.

Das gewaltige Tier landete im Burghof. “Seid gegrüßt, meine tapferen Freunde”, rief der Schwarze Drache mit donnernder Stimme. Er kam ohne Umschweife zum Grund seines Besuchs: “Ihr müsst mir bitte helfen.” Und er erzählte, dass ein Feind in seine Höhle eingedrungen war. Ein gewaltiger: “Der Rote Drache aus Morgur kam des Nachts an und hat mich im Schlaf überfallen. Wir haben lange gekämpft und er hat leider gesiegt. Nun wohnt er in meiner Höhle. Ihn jetzt noch zu bezwingen, geschützt durch die Stein rundum, ist nahezu unmöglich.”

“Wir helfen Dir, großer Freund!”, riefen die Ritter im Chor. Sofort stiegen sie auf den Rücken des Drachens. Dieser nickte und breitete seine Flügel aus. Sie hoben ab. Kurze Zeit später waren sie an der Höhle angekommen. Sie hörten ein gewaltiges Schnarchen. “Lass’ uns das machen”, sagte der Rote Ritter.

25524040273_333b279bc5_z.jpgZuerst gingen die Ritter in die Höhle. Sie wollten den Drachen dort stellen und das Überraschungsmoment nutzen. Doch das rote Ungetüm hatte sie bereits gerochen. Der Drache wachte auf und spie einen rubinroten Feuerstrahl in Richtung der Ritter. Nur mit einem Sprung hinter die Steine konnten sich die Ritter vor dem sicheren Tod retten.

Als Nächstes legten die Ritter ein gebratenes Wildschwein vor den Höhleneingang. Sie wollten das Untier damit rauslocken. Der Drache erwachte tatsächlich und kam mit stampfenden Füßen zum Höhleneingang. Doch was war das? Der Rote Drache kam nicht raus. Vielmehr krallte er sich das Fleisch mit seiner gewaltigen Pranke und zog das Essen in die Höhle hinein.

Die Drei Ritter waren ratlos. “Schwarzer Drache, sag’ uns: Hat das rote Ungetüm eine Schwäche?” “Ja”, sagte der Drache. “Er kann nur in der Dunkelheit leben. Im Hellen verbrennt seine Haut und er wird zu Staub. Und mit seinen Augen kann er im Sonnenlicht nicht sehen.” Die Ritter standen zusammen und berieten sich. Der Schwarze Drache konnte sie nicht hören.

“Wir müssen morgen zum späten Nachmittag wiederkommen, großer Freund”, sagten die Ritter zum Drachen. Das taten sie. Und sie brachten ihre gewaltigen Ritterschilde mit. Diese waren poliert und blitzten im Sonnenlicht wie Spiegel. Der Rote Ritter schlich sich nun leise in die Höhle. Dicht vor der Schnauze des Drachens kauerte er. Der Blaue Ritter ging ebenfalls in die Höhle und blieb auf halbem Weg stehen. Am Eingang der Höhle stand der Gelbe Ritter.

“Jetzt”, rief der Gelbe Ritter. Und alle Ritter streckten ihre Schilder in die Höhe. Beim Gelben Ritter fiel ein Sonnenstrahl auf sein Schild. Dieses Licht wurde nun auf das Schild des Blauen Ritters weitergeleitet. Als der Sonnenstrahl das Schild traf, leitete es das Licht wie einen Wasserstrahl weiter auf das Schild des Roten Ritters.

Der schlafende Rote Drache war nun durch den Lärm aufgewacht. Zu spät. Er öffnete die Augen und das Sonnenlicht fiel in seine Augen. Er schreite vor Schmerzen und versuchte sich in den hinteren Winkeln der Höhle vor dem stechenden Licht zu verstecken. Doch der Rote Ritter leitete das Sonnenlicht weiter auf den Drachen. Dann rief er: “Verlass’ die Höhle, Du Monster!” Der Drache grunzte und grolle vor Wut. Doch er konnte den Schmerz nicht mehr aushalten. Donnernd stampfte er in Richtung des Ausgangs. Die Ritter retteten sich mit einem Sprung zur Seite.

Draußen war nun bereits der Abend angebrochen. Und der Schwarze Drache wartete dort auf ihn. Der Rote Drache würde nun keine Chance mehr haben. Der Kampf wäre zwecklos. Fauchend breitete er seine Flügel aus und erhob sich in die Lüfte. Mit donnernder Stimme rief er in die Nacht: “Ich komme wieder!” Dann verhallte der Laut und der Drache war nicht mehr zu sehen. Er war weg.

“Danke, meine Freunde”, sagte der Schwarze Drache, als er und sein Drachenkind wieder in ihre Höhle gehen konnten. Die Ritter nickten und sagten: “Für Freunde tut man so etwas.” Dann nahmen sie ihre Schwerter und Schilde und kletterten hinab ins Tal.

ENDE

09.01.2017. Diese Geschichte habe ich für meine beiden Kinder als Gute-Nacht-Geschichte erdacht. Vielleicht findet auch der ein oder andere Freund der fantastischen Geschichte daran gefallen. 🙂

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