Marlo und die Räuber

Tief im Wald war ein Haus. Ein altes Haus. Es war vor hunderten Jahren gebaut worden. Die Farbe blätterte ab und  so manche Scheibe hatte einen Sprung. Das Haus war alt, aber besonders. Warum? Weil Marlo, das magische Gespenst, dort drin wohnte. Er war ein freundliches Gespenst und mit seinem Freund Jonas, dem Jäger, erlebte er viele spannende Abenteuer. So wie in dieser kalten Novembernacht.

Es war abends. Marlo hatte sich in den Schrank zum Schlafen gelegt, da hörte er ein Geräusch. Es war die Tür! Jemand macht sich an der Klinke zu schaffen. “Brich’ sie auf”, hörte er eine tiefe Stimme. Und dann “Rumms” und ein lautes Krachen. Die Tür war aufgebrochen. “Na endlich, draußen ist es saukalt”, sagte eine dunkle Stimme grunzend. Es waren drei Räuber! Einer von Ihnen trug eine große Filzmütze mit einer roten Feder dran. Der zweite hatte eine große krumme Nase, die aussah wie der Schnabel eines Papageis! Und der Dritte hatte so kleine Augen wie die einer kleinen Maus.

Die drei Räuber gingen zum Küchentisch und legten ihre Säbel und Messer auf den Tisch. “Erstmal was zum Essen kochen”, sagte der Räuber mit der krummen Nase. Der mit der Filzmütze grunzte zustimmend. Die Räuber holten sich Töpfe und Teller aus dem Schrank. Aus dem Schrank in dem Marlo saß! Schnell machte sich Marlo unsichtbar. Die Räuber fingen an zu Kochen. Eine übel stinkende Suppe mit Schleim und fettig riechender Wurst. “Igitt”, sagte Marlo.

Das hörten die Räuber natürlich. “Wer war das?!” rief der Schurke mit den kleinen Mäuseaugen laut und nahm seinen Dolch in die Hand. ‘Hups’, dachte Marlo, ‘ da war ich wohl etwas laut’. Er kicherte in sein Gespensterlaken. “Nichts, du nervöser Bembel”, sagte der Räuber mit der Filzmütze lachend. “Du hörst ja überall etwas.” Er lachte. Grummelig legte der Räuber mit den kleinen Mäuseaugen den Dolch wieder auf den Tisch. Dann würzte der die schleimige Suppe mit Pfeffer.

“Hatschi!!!”. Der Pfeffer war Marlo in die Nase gekommen und er musste Niesen! “Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas!!” rief der Räuber mit den kleinen Mäuseaugen wieder und griff sofort den Dolch wieder. “Wer war das?” grummelte er laut. “Wir nicht!” sagten die beiden anderen Räuber einstimmig. “Na einer muss es doch gewesen sein”, grollte der Mäuseaugen-Räuber.

Als die Räuber so sprachen, nutzte Marlo die Zeit. Unsichtbar wie er war flog er rüber zum Tisch. Als die Räuber nicht guckten, versteckte er sich schnell im Senftopf, der dort stand, und machte den Deckel über sich zu. Nun galt es abzuwarten. Er hatte einen Plan. Er kicherte leise vor sich hin.

Die Räuber kochten ihre Suppe fertig und setzten sich an den Tisch. Sie schmatzten und fraßen wie die Kühe. Dabei lief ihnen die Suppe ihren dichten Schnurrbärten herunter. Jetzt war Marlos Stunde gekommen. Er hob den Deckel des Senftopfes an und flog mit diesem langsam hoch. Die Räuber ließen sofort ihre Löffel fallen und schauten mit aufgerissenen Augen auf den Topfdeckel. Da Marlo ja unsichtbar war, erweckte es den Anschein, als würde der Deckel über dem Tisch schweben! Die Räuber waren wie erstarrt.

Dann schwebte Marlo langsam rüber zum Suppentopf und ließ den Deckel in den Topf fallen. Die heiße Suppe spritzte nun in alle Richtung. “Au, au, au”, riefen die drei Räuber, als die Suppe in ihr Gesicht spritzte. Doch das war Marlo nicht genug! Nun blies er zum vollen Angriff. Er nahm das Brot aus dem Korb und warf es auf die Räuber. Da diese das Gesicht voller Suppe hatten, blieben die Brote in ihren Gesichtern kleben. Nun sahen sie gar nichts mehr!

“Hexerei, Zauberei, Magie”, rief der Räuber mit dem roten Filzhut. “Es spukt hier!”, schrie der Räuber mit der krummen Nase ängstlich. “Ich will zu meiner Mama!”, rief der Räuber mit den kleinen Mäuseaugen. Ihm standen schon die Tränen in den Augen. Die Räuber schnappten sich ihre Sachen und riefen schreiend aus dem Haus heraus in die Nacht.

Marlo kicherte laut und machte sich sichtbar. Er konnte nicht aufhören zu lachen. Kurze Zeit später (Marlo lachte und kicherte immer noch) kam Jonas der Jäger vorbei. “Wie sieht es denn hier aus?”, sagte Jonas. Da erzählte Marlo seinem Freund die Geschichte. Und nun begann auch Jonas laut zu lachen. Gemeinsam lachten die Freunde bis in die frühen Morgenstunden…

Fortsetzung folgt…

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02.01.2017. Diese Geschichte habe ich für meine beiden Kinder als Gute-Nacht-Geschichte erdacht. Vielleicht findet auch der ein oder andere Freund der fantastischen Geschichte daran gefallen. 🙂

Die Geschichte zum Mithören:

Bisherige Abenteuer von Marlo:

Marlo, das magische Gespenst (Eine fantastische Geschichte)

2 thoughts on “Marlo und die Räuber

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